
Verfahren
Oberflächenverfahren für unterschiedliche Anforderungen
Aurolia bietet unterschiedliche Verfahren zur gezielten Veredelung technischer Oberflächen. Je nach Werkstoff, Bauteil und Anwendung lassen sich Eigenschaften wie Korrosionsschutz, Verschleißfestigkeit, elektrische Leitfähigkeit, Maßhaltigkeit und Optik gezielt beeinflussen. Entscheidend für die Auswahl des geeigneten Verfahrens sind die funktionalen Anforderungen Ihres Bauteils.
Passivieren von Aluminium
Korrosionsschutz trifft elektrische Leitfähigkeit
Beschreibung
Das Passivieren von Aluminium ist ein chemisches Konversionsverfahren, mit dem Aluminiumoberflächen gezielt vor Korrosion geschützt werden ohne die besonderen Eigenschaften des Grundmaterials wesentlich zu verändern.
Im Gegensatz zum Eloxieren oder Hartanodisieren entsteht beim Passivieren keine dicke, elektrisch isolierende Oxidschicht. Stattdessen wird die Aluminiumoberfläche mit einer sehr dünnen, transparenten Schutzschicht versehen.
Der entscheidende Vorteil: Die elektrische Leitfähigkeit der Oberfläche bleibt weitgehend erhalten. Gleichzeitig wird die Korrosionsbeständigkeit des Aluminiums deutlich verbessert.
Damit eignet sich die Aluminium-Passivierung insbesondere für technische Bauteile, bei denen elektrische Kontaktierung, EMV-Eigenschaften, Potentialausgleich oder sehr enge Maßtoleranzen eine wichtige Rolle spielen.
Bei Aurolia erfolgt die Passivierung Chrom(VI)-frei und RoHS-konform. Dadurch verbindet das Verfahren funktionalen Korrosionsschutz mit den Anforderungen moderner und nachhaltiger industrieller Anwendungen.
Besonders interessant wird das Verfahren, wenn unterschiedliche Eigenschaften innerhalb eines Bauteils benötigt werden. So können beispielsweise eloxierte beziehungsweise hartanodisierte Bereiche mit gezielt passivierten Flächen kombiniert werden. Auf diese Weise lassen sich verschleiß- oder korrosionsgeschützte Bereiche mit elektrisch leitfähigen Kontaktflächen innerhalb eines Bauteils realisieren.
Harte Fakten
Unsere Aluminium-Passivierung bietet Ihnen:
- Chrom(VI)-freie Passivierung
- RoHS-konforme Oberflächenbehandlung
- hohen Korrosionsschutz für Aluminiumbauteile
- Erhalt der elektrischen Leitfähigkeit
- sehr dünne und nahezu maßneutrale Konversionsschicht
- transparente beziehungsweise weitgehend farbneutrale Oberfläche
- geeignet für Bauteile mit engen Maß- und Passungstoleranzen
- ideal für elektrische Kontaktflächen und Potentialausgleich
- geeignet für EMV-relevante Anwendungen
- partielle Passivierung definierter Funktionsflächen möglich
- Kombination mit Eloxal- und Harteloxaloberflächen möglich
- geeignet für komplexe technische Aluminiumbauteile
Sie haben besondere Anforderungen an Korrosionsschutz, Leitfähigkeit oder Maßhaltigkeit?
Gerne prüfen wir gemeinsam mit Ihnen die geeignete Oberflächenlösung für Ihr Bauteil.
Typische Einsatzbereiche
Aluminium-Passivierungen kommen überall dort zum Einsatz, wo Korrosionsschutz mit funktionalen elektrischen Eigenschaften kombiniert werden muss.
Typische Anwendungen finden sich unter anderem im Maschinen- und Anlagenbau, in der Elektronik und Elektrotechnik, in der Automobil- und Fahrzeugtechnik, im Bereich Defense, bei Kühlkörpern und Elektronikgehäusen, in der Mess- und Sensortechnik sowie bei technisch anspruchsvollen Präzisionsbauteilen.
Besonders bei Komponenten mit Kontaktflächen, Masseverbindungen oder EMV-Anforderungen bietet die Passivierung entscheidende Vorteile gegenüber elektrisch isolierenden Oberflächen.
FAQ Passivieren von Aluminium
Was bedeutet Passivieren von Aluminium?
Beim Passivieren wird die Aluminiumoberfläche durch eine chemische Reaktion in eine sehr dünne schützende Konversionsschicht umgewandelt. Dadurch wird die Korrosionsbeständigkeit verbessert, ohne eine klassische metallische Beschichtung auf das Bauteil aufzutragen.
Bei der hier beschriebenen Passivierung entsteht durch die Reaktion der Aluminiumoberfläche mit einer Behandlungslösung eine sehr dünne, korrosionshemmende Konversionsschicht. An ihrer Bildung sind sowohl die Aluminiumoberfläche als auch Bestandteile der Behandlungslösung beteiligt. Die genaue Zusammensetzung der Schutzschicht hängt vom eingesetzten Verfahren ab.
Ist passiviertes Aluminium elektrisch leitfähig?
Das Aluminium-Grundmaterial bleibt elektrisch leitfähig. Für die elektrische Kontaktierung ist jedoch entscheidend, welchen Kontaktwiderstand die behandelte Oberfläche aufweist.
Geeignete Passivierungsverfahren ermöglichen einen niedrigen Kontaktwiderstand und können deshalb für elektrische Kontaktflächen eingesetzt werden. Die erreichbaren Werte hängen unter anderem vom Verfahren, der Legierung und den Kontaktbedingungen ab. Anforderungen an die elektrische Kontaktierung sollten deshalb vor der Behandlung abgestimmt werden.
Ist das Passivieren maßneutral?
Die beim Passivieren entstehende Konversionsschicht ist extrem dünn. Dadurch entstehen im Vergleich zu Eloxal-, Harteloxal- oder galvanischen Beschichtungen praktisch keine relevanten Maßänderungen.
Das Verfahren eignet sich deshalb besonders für Präzisionsbauteile und Komponenten mit engen Passungs- und Maßtoleranzen.
Ist die Passivierung Chrom(VI)-frei?
Ja. Aurolia bietet eine Chrom(VI)-freie Aluminium-Passivierung an.
Das Verfahren erfüllt damit moderne Anforderungen an nachhaltige Oberflächenprozesse und eignet sich für Anwendungen, bei denen RoHS-Konformität gefordert ist.
Was ist der Unterschied zwischen Passivieren und Eloxieren?
Bei der hier beschriebenen chemischen Passivierung bildet sich durch die Reaktion der Oberfläche mit der Behandlungslösung eine sehr dünne Konversionsschicht. Je nach Verfahren kann sie Korrosionsschutz mit einem niedrigen elektrischen Kontaktwiderstand verbinden.
Beim Eloxieren wird Aluminium mithilfe von elektrischem Strom in eine deutlich dickere Aluminiumoxidschicht umgewandelt. Diese wirkt elektrisch isolierend und kann, abhängig von der Ausführung, Anforderungen an Korrosionsschutz, Verschleißbeständigkeit und Gestaltung erfüllen.
Welche Behandlung geeignet ist, richtet sich nach der Funktion des Bauteils.
Kann man nur einzelne Bereiche eines Bauteils passivieren?
Ja, eine Behandlung definierter Teilflächen ist grundsätzlich möglich. Je nach Bauteilgeometrie und Verfahren kommen dafür eine örtliche Behandlung oder geeignete Abdeckungen zum Einsatz.
Die gewünschten Bereiche, ihre Zugänglichkeit und die zulässigen Übergänge zu angrenzenden Flächen sollten anhand einer Zeichnung abgestimmt werden.
Kann Passivieren und Eloxieren auf einem Bauteil kombiniert werden?
Ja. Gerade diese Kombination bietet bei technisch anspruchsvollen Bauteilen interessante Möglichkeiten.
Große Bereiche eines Bauteils können beispielsweise eloxiert werden, während bestimmte Bereiche für elektrische Kontaktierung oder Potentialausgleich leitfähig ausgeführt werden.
Dadurch lassen sich unterschiedliche funktionale Anforderungen innerhalb eines einzigen Bauteils realisieren.
Für welche Anwendungen eignet sich das Passivieren besonders?
Das Verfahren eignet sich insbesondere für Bauteile, bei denen Korrosionsschutz mit elektrischer Leitfähigkeit kombiniert werden muss.
Dazu gehören beispielsweise Elektronikgehäuse, Kühlkörper, Masse- und Kontaktflächen, EMV-relevante Bauteile, Komponenten der Elektrotechnik sowie hochpräzise Aluminiumbauteile mit engen Toleranzen.
Ihre Anforderungen entscheiden über die Oberfläche
Passivieren, Eloxieren oder Hartanodisieren?
Nicht das Verfahren sollte die Lösung vorgeben, sondern die spätere Funktion Ihres Bauteils.
Unsere Experten analysieren gemeinsam mit Ihnen die Anforderungen an Korrosionsschutz, elektrische Leitfähigkeit, Maßhaltigkeit, Verschleißfestigkeit und Optik und entwickeln daraus die geeignete Oberflächenlösung.
Sprechen Sie mit uns über Ihre Anwendung.
